Wednesday 01.06. facebook.com
18:30 - 20:00

Etablierte Provisorien. Leipzig und der lange Sommer der Migration.

Hedwigstr. 20

Leipzig und der lange Sommer der Migration 2015. Überall in der Stadt eröffneten und schlossen behelfsmäßige Notunterkünfte. Notstandsargumente dirigierten die Politik und der Umgang mit den zahlreichen Geflüchteten war Gegenstand mitunter heftiger Auseinandersetzungen. Diese allgegenwärtigkeit des Provisorischen und Konflikthaften, so Philipp Schäfer, war jedoch kein Produkt einer jähen Krise, sondern das Ergebnis andauernder Aushandlungsprozesse. Der Soziologe zeigt, wie lokale Praktiken und Politiken des Regierens von Flucht und Geflüchteten über Jahre provisorische Zustände etablierten, die es erlaubten, asylsuchende Personen räumlich, zeitlich und moralisch in einem Schwebezustand des Noch-nicht-ganz-Angekommenseins festzuhalten. Am 1. Juni kommt Philipp Schäfer mit Julia Leser ins Gespräch. „Etablierte Provisorien“ erscheint Open Access im Campus-Verlag und kann kostenlos heruntergeladen werden.

Philipp Schäfer ist promovierter Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Nachwuchsgruppe „Die wissenschaftliche Produktion von Wissen über Migration“ am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Seine Dissertation „Etablierte Provisorien. Leipzig und der lange Sommer der Migration“ ist 2022 Open Access im Campus-Verlag erschienen.

Julia Leser ist promovierte Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt “Challenging Populist Truth-Making in Europe (CHAPTER)” an der Humboldt Universität zu Berlin. 2021 erschien ihr Buch “The Wolves are Coming Back: The Politics of Fear in Eastern Germany” (zusammen mit Rebecca Pates) bei Manchester University Press.

Eintritt gegen Spende

Twitter: @PhiSchaefer

Homepage: https://www.campus.de/e-books/wissenschaft/soziologie/etablierte_provisorien-17277.html

Veranstalter*innen
Pöge-Haus e.V.
Das Pöge-Haus ist ein offener Raum für vielfältige kulturelle und gesellschaftliche Projekte. Wir unterstützen gesellschaftliches Engagement und setzen uns für ein offenes, vielfältiges, ökologisches und soziales Zusammenleben im Stadtteil, in der Stadtgesellschaft und darüber hinaus ein. Dabei möchten wir gesellschaftliche Konfliktlinien offen legen und diskutieren. Verankert in der Leipziger Neustadt begleiten wir kritisch die Wandlung von Gesellschaft und Stadt, indem wir Kultur, Politik und Stadtteilarbeit verknüpfen. In unseren Projekten setzen wir einen Schwerpunkt auf selbstbestimmte Beteiligung und Bildung. Hier sollen unterschiedliche Formate zur Auseinandersetzung mit Vielfalt und kollektiver Ermächtigung ausprobiert und getestet werden.