Wednesday 22.09. sachsen.rosalux.de
19:00 - 21:00

Vernichtungskrieg an der Heimatfront. Neue Fotografien sowjetischer Gefangener aus dem Kriegsgefangenenlager Zeithain

Galerie KUB, Kantstr. 18

Mit Jens Nagel,Nora Manukjan (Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain) und Sandra Starke (Historikerin, ZZF Potsdam)

Eine Veranstaltung der VVN-BdA Leipzig e.V. und der Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain in Kooperation mit der RLS Sachsen

Galerie KUB, Kantstraße 18, 04275 Leipzig/ Livestream unter [https://www.facebook.com/rosalux.sachsen/live]()

Die deutsche Wehrmacht überfiel am 22. Juni 1941 die Sowjetunion - mindestens 27 Millionen Sowjetbürger*innen kamen bis 1945 ums Leben. Allein im Kriegsgefangenenlager Zeithain starben ca. 25.000-30.000 gefangene Rotarmisten an Hunger und Krankheit.

Im Herbst 2020 fanden sich im Archiv des Leipziger VVN-BdA e.V. mehr als 70 Fotos von der so genannten Heimatfront - private Aufnahmen von Wachsoldaten im Lager Zeithain.

Anlässlich der Gedenkfeier zur Lagerbefreiung vor 76 Jahren im April wurden diese offiziell an die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain übergeben.

Nora Manukjan und Jens Nagel aus der Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain werden einen Einblick in die Fotoüberlieferung aus NS-Lagern geben und auf die Bedingungen, unter denen die Bilder entstanden und wie sie verbreitet und verwendet wurden, eingehen. Was waren typische Motive der Soldaten in Zeithain und inwieweit waren diese geprägt von der antisowjetischen Propaganda der Nationalsozialisten? Welche Rolle spielten Sensationslust, Abgestumpftheit, Mitgefühl und Machtdemonstration beim Fotografieren und welche Relevanz besitzen die Abbildungen als Forschungsquelle? Sandra Starke vom ZZF Potsdam forscht zu privaten Fotografien von Wehrmachtssoldaten und wird eine Einordnung der Fotografien vornehmen.

Zudem wird der Frage nachgegangen, wie die Fotos nach dem Krieg in der SBZ und in der DDR verwendet wurden und welche Funktion sie hier erfüllten.

*Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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Veranstalter*innen