10:00 - 10:00 Freitag

Nachhaltig politisch aktiv sein

Wir beschäftigen uns damit, wie politische Gruppen und Einzelpersonen nachhaltig politisch aktiv sein können. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, dass wir unsere politischen Ziele erreichen, zu einem dauerhaften strukturellen Wandel der Gesellschaft beitragen und dabei gleichzeitig auf unser eigenes Wohlbefinden achten.

Im Workshop wollen wir untersuchen, welche Denk- und Handlungsmuster uns dazu verleiten, unsere eigenen Grenzen (und die von anderen) zu ignorieren und uns zu überfordern.

Unserer Erfahrung nach ist dafür unabdingbar, im Kontakt mit unseren Sinneswahrnehmungen zu sein, unserem Körper und unseren Gefühlen. Wir zeigen euch, wie ihr diesen Kontakt im Alltag mit kurzen Übungen herstellen könnt.

Dabei kann uns auch der Schmerz über den Zustand der Erde und die gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland, aber auch weltweit, bewusst werden – und nicht zuletzt die Ohmacht unsrer eigenen politischen Gruppe. Wir haben in der Regel gelernt, diesen Schmerz nicht zu fühlen. Aber diese Ignoranz entfremdet uns auch von uns selbst.

Wir wollen diesen Schmerz mit euch gemeinsam anerkennen, ohne uns von ihm lähmen zu lassen. Wir führen gemeinsam ein kleines Ritual durch, dass uns dabei hilft.

Je nachdem, welche Erfahrung ihr mitbringt, arbeiten wir mit weiteren Verhaltensweisen, die dazu führen, dass wir nicht nachhaltig arbeiten.

Im weiteren analysieren wir Gruppenprozesse in politischen Kontexten mit einem Fokus darauf, welche Rolle Werte spielen. Dabei ist oft zu beobachten, dass sich politisch aktive Menschen und Gruppen statt im Wert im Ideal bewegen – aber im Ideal kann man nur scheitern. Ein Beispiel: Statt dem Wert der Solidarität haben viele Gruppen das Ideal der Selbstaufgabe als Motor. Das Problem hierbei: Während ich in der Solidarität noch vorkomme, also auch meine Fähigkeiten und Grenzen, bin ich in der Selbstaufgabe nicht mehr vorhanden. So ist meistens keinem*r geholfen und früher oder später bin ich zu erschöpft um weiter zu machen.

Dabei untersuchen wir auch, wie Gruppen sich selbst (unbewusst) sabotieren können und sich selbst manchmal daran hindern, ihre Ziele zu erreichen. Hier spielt Passivität (dazu gehört z.B. auch Aktionismus) eine große Rolle. Passivität meint nicht nur das Unterlassen einer Handlung sondern auch Handlungen, die zu keinem verantwortungsvollen und verbundenem Ziel führen.

Der Workshop ist interaktiv gestaltet und wir arbeiten mit unseren eigene Erfahrungen und solchen, die wir gemeinsam in der Gruppe machen.

Anmeldung unter

Kontakt[ät]prozesswerkstatt-leipzig.org

Kosten

Für Einsatzstellen von Bundesfreiwilligendienstleistenden: 100 € pro Seminartag

Für selbstzahlende Teilnehmende: 40 – 100 € pro Tag nach Selbsteinschätzung,

sprecht uns bitte an, falls Geld einen Hinderungsgrund darstellen sollte.

Anmerkung [C. // trichter]
Hier scheint ein Mindestpreis für die Teilnahme festgelegt zu sein, was erstmal eigentlich nicht tauschlogikfrei ist und damit den Kriterien für trichter Veranstaltungen widerspricht. Das Angebot mit den Veranstalter*innen ins Gespräch über eine geldfreie Teilnahme zu kommen kann für Menschen mit wenig finanziellen Mittel eine große Hürde darstellen. Die Gruppe macht sich aber durchaus Mühe es für alle Menschen möglichst inklusiv zu gestalten und Bedürfnisse von Menschen zu hören um auf diese einzugehen. Denk gerne darüber nach ob es für dich "tauschlogikfrei" ist. Wir finden: Es ist definitiv ein emanzipatorischen Ansatz, den wir unterstützenswert finden!

Das "Kleingedruckte"

Die Seminare sind auf 12 Teilnehmende beschränkt.

Uns ist es wichtig, mit euren Anmeldungen rechnen zu können. Eine Form der Wertschätzung ist für uns, dass ihr uns rechtzeitig absagt, falls ihr doch nicht teilnehmen könnt oder wollt. Falls ihr sehr spät absagt, (weniger als zwei Wochen vor Seminarbeginn) erheben wir eine Gebühr von 25 € pro Seminartag.

Veranstalter*innen
ProzessWerkstatt
Die Prozesswerkstatt ist ein emanzipatorisches Bildungs- und Beratungskollektiv. Wir haben das Ziel, die Fähigkeit zu kooperativer Kommunikation und konstruktiver Konfliktbearbeitung von Initiativen, Vereinen, Gruppen und Teams zu verbessern, die für eine sozial und ökologisch gerechtere Gesellschaft eintreten. Um dieses Ziel zu erreichen, bieten wir Workshops und Gruppenprozessbegleitung an. Außerdem erforschen, sammeln und entwickeln wir Methoden und Inhalte, die Gruppen und Teams dabei unterstützen Konflikte gemeinsam Konflikte zu bearbeiten und konstruktiv zusammen zu arbeiten.