Samstag 28.03. sachsen.rosalux.de
19:00 - 21:00

Der Kapp-Putsch und die verhinderte Revolution 1920

A&V, Goetzstr. 7

Mit Daniel Kulla (Autor)

Am 13. März 1920 marschierten präfaschistische Freikorps in Berlin ein und zwangen die SPD-Regierung um Ebert und Noske zur Flucht. Dem sogenannten "Kapp-Putsch" folgte ein gigantischer Generalstreik. In der ganzen Republik kam es zu Aufstandsbewegungen und zur Gründung von Räten. Die gewaltsame Niederschlagung macht dabei nur einen Teil der verhinderten Revolution aus.

Die Novemberrevolution 1918 hat es im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg gerade so in die Geschichtsbücher geschafft. Die "Spartakus-Aufstände" 1919 sind zumindest für viele Linke Teil der Geschichtsbildung. Die weiteren Massenstreiks und Aufstände bis 1923 jedoch, die in hohem Maße selbstorganisiert waren, scheinen in Vergessenheit geraten zu sein.

Diese Leerstelle trägt dazu bei, dass sich ein Bild etablieren konnte, in welchem Selbstorganisation und deutsche Arbeiter*innenschaft vermeintlich nicht zusammenpassen. Eine solche Vorstellung prägt bis heute sowohl den nationalen als auch den antinationalen Blick auf revolutionäre Potenziale in Deutschland.

Die Beschäftigung mit den revolutionären Aufständen zwischen 1918 und 1923 kann darüber hinaus offenlegen, wie die Niederschlagungen derselben den Nationalsozialismus begünstigt haben, welcher dann als Konterrevolution im Gewand einer Arbeitskräfterevolution auftrat.

Kulla schlägt vor, die Geschichte der Revolution in Deutschland zwischen 1918 und 1923 entlang der noch bevorstehenden Jahrestage sichtbarer zu machen, um sich damit etablierten Geschichtsbildern zu widersetzen.

Diese Steuermittel werden auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt.

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