Dienstag 17.11. facebook.com
18:00

Corona-Krise international: Lockdown und Proteste

Die #Coronakrise schlägt weltweit mit voller Wucht ein. Der Protest gegen die Maßnahmen der verschiedenen Staaten erwacht jedoch ebenso weltweit: In Leipzig haben am 7. November mehr als 20.000 Coronaleugner*innen und Faschist*innen für die Aufhebung aller Corona-Maßnahmen protestiert. Doch in anderen europäischen Ländern wird die Auflehnung gegen die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie nicht nur von Rechts getragen.

Italien war das erste Land, in dem eine Stimme gegen die verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie ertönte. Ausgehend von Neapel sind unter der Parole "Wenn du uns einschließt, bezahlst du uns auch!" innerhalb von drei Tagen in allen größeren Städten Menschen auf die Straße gegangen, um für einen Quarantäne-Einkommen zu kämpfen. Viele desillusionierte Jugendliche nahmen an den bisweilen sehr offensiven Demonstrationen teil. Unterstützt wurden diese eher spontanen Erhebungen lokal von sozialen Zentren, die bereits im Laufe des ersten Lockdowns Solidaritätsstrukturen auf die Beine gestellt hatten, um die Verteilung von überflüssigen Lebensmitteln zu koordinieren. In Mailand hat u.a. das soziale Zentrum "Cantiere" teilweise hunderte von Haushalte im eigenen Stadtteil wöchentlich mit Lebensmittel versorgt und in den letzten Wochen verschiedene Initiativen organisiert, um den Mangel an staatlichen Hilfsmitteln anzuprangern. Ein Mitglied des Kollektivs wird die Lage vor Ort und deren politische Intervention erörtern.

In #Spanien gab es ebenfalls Protest gegen den Lockdown, und in Barcelona verzahnte dieser sich mit einer neuen Bewegung gegen #Zwangsräumungen. Allein in der Provinz Barcelona fanden seit September 2020 800 Zwangsräumungen statt. Eine Genossin des Nachbarschaftszentrums "3 voltes Rebel" aus dem Arbeiter*innenviertel Nou Barris und Mitglied des Mietersyndikats "Sindicat d'Habitadge de Nou Barris" wird mit uns über den Protest der letzten Wochen und deren Praxis während den Lockdown-Monaten sprechen.

In #Frankreich ist die Situation wegen den Anschlägen der letzten Wochen und den darauffolgenden Maßnahmen der Regierung von Macron sehr düster: Das neue Sicherheitsgesetz sieht den massiven Einsatz von Polizei-Drohnen im Pariser Raum, die Verdopplung des Personalbestands der Grenzpolizei und die Schließung zahlreicher Moscheen vor. In Paris ist diese Politik der Sicherheitsverschärfung an den vor zwei Wochen verhängten #Lockdown gekoppelt, der erneut große Teile der arbeitenden Bevölkerung in winzige und vermoderte Wohnungen einpfercht. Doch in den Schulen bewegt sich was. Am 10. November fand in Paris eine Demonstration gegen die Auflagen zum Gesundheitsschutz der Regierung statt: Letztere werden von Schüler*innen und Lehrkräften als unzureichend kritisiert. Eine Lehrerin an einer Schule des 19. Arrondissement in Paris und Mitglied der Basisgewerkschaft SUD-Éducation wird die aktuelle Lage in Frankreich und die Mobilisierungen der letzten Monate beleuchten und politisch einordnen.

Die Veranstaltung ist als Erfahrungsaustausch gedacht. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der #Corona-Krise werden uns noch Jahre begleiten. In einem deutschen Kontext der Kapitalisierung des sozialen Frusts von Rechts, erscheint es uns zentral, den Blick auf die Praxis und die Kampferfahrungen von Genoss*innen unserer Nachbarländer zu richten. Wie sieht deren politische Intervention in Zeiten des Lockdowns aus? Wie schätzen sie die jungen und fragilen Mobilisierungen der letzten Wochen ein? Wie stark sind Rechte daran beteiligt?
Dies und viel mehr am Dienstag den 17. November um 18 Uhr auf Zoom.

https://us02web.zoom.us/j/81558487097?pwd=YVlST2NhMTRha3lHdEcwUHZNcU5Sdz09

Veranstalter*innen
SDS Leipzig
Wer wir sind. Was wir tun. Die Linke.SDS gibt es an über 60 Hochschulen. Wir sind ein sozialistischer und demokratischer Studierendenverband, der an der Universität und darüber hinaus für eine andere Welt kämpft. Mit unserem Namen knüpfen wir bewusst an die Traditionslinie des historischen SDS an, der das bewegungsorientierte Zentrum der Studierendenrevolte 1968 war.